VfL-Trainer Hänsel und die große Leere

NÜRNBERGER ZEITUNG ONLINE vom 05.02.2012

Volleyballerinnen jetzt Letzte

NÜRNBERG  - Michael Hänsels Stimme ist leise, er klingt bedrückt. Nach zwei 1:3-Heimniederlagen des VfL Nürnberg an diesem Wochenende sind die Zweitliga-Volleyballerinnen quasi nicht mehr zu retten. "Wir müssen es ganz unverblümt sagen: Heute hängt das Wort ,Abstieg‘ ganz groß über der Altenfurter Ballspielhalle", sagt der Trainer, und seine Enttäuschung ist förmlich greifbar.

Fragen über Fragen hat sich Hänsel in den vergangenen Wochen gestellt: Warum gelingt es meiner Mannschaft nicht, ein Spiel zu gewinnen? Warum reißt im entscheidenden Moment der Faden? Liegt es an mir? Was kann ich tun, um das Ruder herumzureißen?

„Ich fühle mich geschlagen, leer und kaputt“, sagt Hänsel, der die Pleitenserie auch als persönliche Niederlage begreift. „Wenn man Sportler ist, will man sich nicht damit abfinden, zu verlieren. Ich habe diese ,Jetzt-erst-recht‘-Einstellung.“ Zunächst will er sich mit seiner Frau und VfL-Spielerin Sabrina Hänsel abstimmen, ob und unter welchen Voraussetzungen es für beide eine Zukunft im Verein geben kann. „Entscheidend ist aber, ob der VfL mit mir weiterarbeiten will“, stellt Michael Hänsel klar. Im Lauf der Woche wird Abteilungsleiter Enrico Vogel Gespräche mit dem Coach und den Spielerinnen führen. Diese müssen dann erklären, ob sie in Liga zwei – falls ein anderes Team sein Spielrecht nicht wahrnimmt ist das weiterhin eine Option – oder in der neuen Dritten Liga antreten wollen.

Nicht bei allen Akteurinnen sah Trainer Hänsel indes am Wochenende den absoluten Siegeswillen. „Es gibt einige, die sich gegen den Abstieg stemmen, und einige, die es mit sich geschehen lassen“, äußerte der Trainer erstmals Kritik ohne Namen zu nennen. Gegen die TG Bad Soden fehlten den Nürnbergerinnen beim 1:3 (17:25, 22:25, 25:21, 22:25) nur wenige Pünktchen zum Sieg – wie in fast jedem Heimspiel. Gestern zeigte sich beim 1:3 (26:28, 17:25, 25:18, 22:25) gegen den VCO Kempfenhausen das gleiche Bild. „Es fehlt die Fähigkeit, ein Spiel zu gewinnen“, sagt Hänsel. Acht Spieltage stehen noch aus, und dafür verspricht er vollen Einsatz seines Teams, egal wie aussichtslos die Situation sein mag: „Für Sportler ist das keine Frage.“ VfL: Müller, Hänsel, Büttner, Wirth, Colburn, Holstein, Wrede, Muswieck, Neumüller, Soloninkina.

Melanie Scheuering

Originalartikel mit Bild im Onlineangebot der NZ

 

Neueste Kommentare

Kommende Events

  • Es sind derzeit keine Events angekündigt

Jetzt registrieren

Werde jetzt gleich ein Teil des Vereins und trete der Community bei.

Fotos

vfl_-_ebf.jpg